Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen

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Inhalt: Gewässerkundliche Pegel

Zu den gewässerkundlichen Pegeln zählen die Meßstationen an den frei fließenden Gewässern. Die überwiegende Zahl wurde schon im 19. Jahrhundert errichtet. In den ersten Jahren wurde der Wasserstand im Tidefluß zu den Tidehoch- und -niedrigwasserzeiten und im Binnenfluß um 12.00 Uhr an einer Pegellatte abgelesen.

Sehr bald wurde dann die Pegellatte, die der eigentliche Pegel ist, durch einen Schreibpegel ergänzt. Dieser befindet sich in einem Pegelhäuschen, das auf einem Pegelschacht steht. Dieser kann im Wasser oder an Land stehen. Bilder von einem Pegel im Wasser und an Land Bei den Schreibpegeln wird der Wasserstand über ein Schwimmersystem auf einen Trommelschreiber in einem Maßstab von 1:20 aufgezeichnet.

Die Trommel wird von einem Uhrwerk mit einer Umdrehung pro Tag weiter transportiert. Nach einer Woche werden die Pegelbögen gewechselt. Die Aufzeichnungen überlagern sich nicht, da eine Tide im Mittel 12 Stunden 25 Minuten dauert. Da zwei Tiden pro Tag eintreten, haben die Kurven einen Versatz von einem Tag zum anderen von ca. 50 min.

Seit Mai 2002 sind keine Schreibpegel mehr im Einsatz, da sie durch die Systeme der Wasserstandsdatenfernübertragung abgelöst wurden.

Es kommen aber auch noch andere Wasserstandsmeßsysteme zum Einsatz die z.B. auf der Basis Druckluft, Ultraschall, Radar arbeiten. Von Drucksonden wurde bislang abgesehen, da sie die geforderte Genauigkeit von 1 cm über den gesamten Meßbereich im Tidegebiet von 12 m nicht einhalten. Augenblicklich sind Radarpegel im Test, die eine Alternative zu den Schwimmersystemen bieten.


Brückenpegel

Seit einigen Jahren ist das digitale Meß- und Erfassungsystem WDFÜ im Einsatz, das jede Minute einen mittleren Wasserstand ermittelt (aus 12 Werten alle 5 sec) und vor Ort auf einem Speicher über einen Zeitraum von ca. 6 Wochen festhält. Die Ermittlung des digitalen Wasserstandes geschieht über das seit Generationen bewährte Schwimmerprinzip. Die Daten werden dann von der Pegeldatenzentrale im WSA Bremen abgerufen und nach einer groben Plausibilitätsprüfung die Pegel der Mittel- und Unterweser sowie der Hunte sofort über einen Funkmast ausgestrahlt. Die Funkdaten können mit einem speziellen Gerät (Pegeldatenfunkempfänger) empfangen und ggf. in einen PC eingeladen werden. Nutzer dieses Systems sind u.a. die Bagger, die Vermessung, Peilwesen, Schifffahrt, Landesverwaltungen, die von den aktuellen Wasserstandsdaten profitieren.

Pegelbeobachtung

Die Systeme, die den Wasserstand abtasten, müssen regelmäßig überprüft werden, da es z.B. durch folgende Gründe zur Aufzeichnung nicht korrekter Daten kommt:

Vom Pegelbeobachter muß daher der Wasserstand von der Pegellatte abgelesen werden, sowie innerhalb der Pegelschachtes der Wasserstand mit einem Lichtlot gemessen werden.

Das Ergebnis dieser sog. Pegelbeobachtung ist wichtig für die spätere Auswertung der Daten, ob z.B. Ganglinien korrigiert werden müssen.

Auswertung der Tidepegel

Bei der Auswertung der Tideganglinien werden nur die Scheitelwasserstände in Höhe und Eintrittszeit ermittelt.
In der sog. Monatslisten werden sie dann zusammengestellt, gemeinsam mit den statistischen Mittelwerten für diesen Monat (MThw, MTnw, Tidehub Thb, Flutdauer Tf, Ebbedauer Te, Tidedauer Tt, Anzahl der Tiden, Sperrwerksbeeinflussungen, Eis).

In Jahreslisten werden die Summenhäufigkeiten (Unterschreitungshäufigkeit) der Thw und Tnw ausgeben. Die Zahlen geben in Schritten von 20 cm an, wie oft Scheitelwasserstände mit Höhen unterhalb der jeweiligen Grenze lagen.

In den Haupttabellen (Hauptzahlen) sind die Extremereignisse und die Mittelwerte für die einzelnen Monate, das Winter- und Sommerhalbjahr und das Abflußjahr (1.11. bis 31.10.) und die 5- und 10- Jahresmittel von max 10 Jahren zusammengestellt.

Auswertung der Binnenpegel

Bei den Binnenpegeln wird das Tagesmittel aller Werte, sowie der höchste und niedrigste Wert des Tages ermittelt. Diese Einzelwerte des Tages sowie die Monatsmittel werden in der Monatsliste zusammengestellt. Die Listen der Summenhäufigkeiten und Haupttabelle haben den gleichen Aufbau wie die Tidelisten.