Inhalt: Cäcilienbrücke
Möchte man auf direktem Weg von der Stadt Oldenburg nach Osternburg gelangen, so führt der Weg über den Damm. Diese heute viel befahrene Straße ist hervorgegangen aus einem einst mit Sand und Erde aufgeschütteten Knüppeldamm, der die Huntearme auf sumpfigem Gelände verband. Bereits zu den Zeiten des Grafen Anton Günther wurde sie zu einer Steinstraße ausgebaut. Sie war ein Teilstück der alten, schon im Mittelalter bestehenden Handelsstraße von Friesland ins Westfälische und nach Bremen. Zunächst mussten die Huntearme zu Fuß, mit Wagen oder Fähre passiert werden, wobei die ersten Brücken vermutlich schon im 14. Jahrhundert als Zugbrücken entstanden.
Im Jahre 1752 ist der Bau einer Holzbrücke an dieser Stelle erwähnt,
sie hatte jedoch nur für 80 Jahre Bestand. Denn bereits im Jahre 1832 weihte
Großherzog Paul Friedrich August eine neue Brücke ein, die aus drei
massiven Bögen bestand und den Namen seiner Frau Cäcilie erhielt.
Unmittelbarer Anlass zu dem Neubau der Brücke im Jahre 1927 war der Bau des Küstenkanals, der Schiffe mit einer Tragfähigkeit von 600 Tonnen aufnehmen sollte. Nach dem Entwurf des Regierungsbauministers Adolf Rauchheld, der auch das Huntekraftwerk an der Schleuse errichtete, wurden die vier Brückenhäuser aus heimischem Klinker erbaut. Im oberen Bereich der Türme ist das Mauerwerk netzartig profiliert, die Durchgänge sind ebenfalls durch Profilierungen betont. Die vier Brückentürme haben etwas mit den Charakterzügen eines Stadttores gemeinsam, denn die Brücke bildet ja auch die Einfahrt in den Stadtkern.
Im 2. Weltkrieg wurde die Stahlkonstruktion der Brücke gesprengt, die Brückentürme wurden zum Teil erheblich beschädigt, sodass die Türme auf der innerstädtischen Seite nach dem Krieg neu aufgebaut werden mussten. Die gesamte Stahlkonstruktion wurde ebenfalls ersetzt und die Brücke konnte 1948 wieder dem Verkehr übergeben werden.
Der Antriebsmechanismus der Hubbrücke mit den vier Stahlseilen, die über große Rollen im oberen Geschoss der Brückentürme zu den im Innern der Türme befindlichen Gegengewichten laufen, ist größtenteils noch im ursprünglichen Zustand.
Die Brücke wird vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen betrieben und
unterhalten. Während der Betriebszeit ist die Brücke ständig
mit einem Brückenwärter besetzt. Der Schiffsverkehr hat Vorrang, die
Brücke ist über Funk erreichbar und bei herannahender Schifffahrt
werden die entsprechenden Lichtzeichen gesetzt, die Schranken für den Fahrzeug-
und Fußgängerverkehr geschlossen und die Stahlkonstruktion um 3,50
m angehoben. Im gehobenen Zustand ist es für Fußgänger und Radfahrer
weiterhin möglich, über die öffentlich zugänglichen Treppen
in den Türmen, die Brücke zu passieren.
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| Architekt: | Adolf Rauchheld (1868-1932) | Oldenburg | Baujahr: | 1927 | Stahlbau: | Gutehoffnungshütte | Wiederherstellung: | 1948 | Stahl- und Elektromaschinenbau: | MAN Werk Gustavsburg | Grundinstandsetzung: | 1982-1984 | (Elektromaschinenbau, Stahlbau) | Konstruktion: | einfeldrige Hubbrücke als Vollwandtrogquerschnitt Stahlfahrbahnplatte mit Gussasphaltdeckschicht | Spannweite: | 40,80 m | Breite: | 10,30 m | Fahrbahnbreite: | 5,50 m | Gründung: | Pfahlrost aus Holzpfählen Stahlspundwände Larssen IV vor den Widerlagern | Brückenklasse: | 30 (nach DIN 1072) |